Tipps für die Rasenpflege im Frühjahr

In den kalten und sonnenarmen Wintermonaten hat der Rasen sehr gelitten. Sobald es draußen wärmer wird, wird es Zeit für die systematische Rasenpflege. Wer jetzt überlegt vorgeht, kann sich den ganzen Sommer über an einen grünen, robusten und gepflegten Rasen erfreuen.

Düngen – eine der ersten Maßnahmen im Frühling

Rasen DüngerIm Winter ist der Stoffwechsel der Grashalme auf ein Minimum heruntergefahren. Wind und Schneeperioden haben für kahle Stellen gesorgt. Das liegengebliebene Laub vom Herbst trägt ebenfalls dazu bei, dass der optische Eindruck negativ ausfällt. Damit sich der Rasen erholt und möglichst rasch ein sattes Grün zeigt, muss er im Frühling mit Nährstoffen versorgt werden. Sonne und wärmere Temperaturen stimulieren das Wachstum der Grashalme, was durch Nährstoffe zusätzlich positiv beeinflusst wird. Achten Sie darauf, den Rasen nicht zu überdüngen und halten Sie sich an die Herstellerempfehlungen auf der Verpackung. Die aktive Aufnahme der Nährstoffe erfolgt bei Temperaturen von etwa 15 °C. Ist die Rasenfläche häufig von Sonne beschienen, kann bereits im Februar mit dem Düngen begonnen werden. Dafür eignen sich alle stickstoffangereicherten Dünger vom Gärtner, aus Gartencentern oder Baumärkten. Nach dem Düngen sollten Sie wenigstens zwei Wochen warten, bevor vertikutiert wird.

Vertikutieren – nicht nur eine Gewissensfrage

Ob diese Maßnahme bereits im Vorfrühling sinnvoll ist, darüber scheiden sich die Geister. Viele Gartenbesitzer lehnen das Vertikutieren zu diesem Zeitpunkt ab, weil die empfindlichen Grashalme zu stark belastet werden. Durch die Messer werden Grashalme vom Stängel getrennt und die Gräser nach der langen Winterruhe zusätzlich geschwächt. Andere Gärtner sind der Auffassung, dass die Halme durch den Schnitt zum Wachstum angeregt werden (Bestockung). In den meisten Fällen ist es sinnvoll, einmal im Jahr zu vertikutieren, da sich über den Winter relativ viel Grasfilz gebildet hat.

Beim Vertikutieren werden abgestorbene Pflanzenreste entfernt, der Boden belüftet und somit auch die Sauerstoffzufuhr der Pflanzen verbessert. „Ist der Rasenfilz weniger als 5 mm dick, sind keine großen Maßnahmen erforderlich. Diese Dicke ist noch akzeptabel und die Mikroorganismen im Boden sorgen für den Abbau der alten Pflanzenteile.“ so ein Tipp vom Gartentechnik Geschäft aus Lüptitz.

VertikutiererDamit sich neue Triebe bilden können, müssen auch die äußeren Bedingungen stimmen. Der Rasen braucht entsprechende Temperaturen und eine gute Nährstoffversorgung. So regulieren sich die Schäden durch Vertikutieren auch viel schneller. Zunächst wird also Frühdünger aufgebracht. Nach einer mindestens zehntägigen Pause können Sie vertikutieren. Alles, was beim Vertikutieren nach oben befördert wird, muss entfernt werden. Idealer Ablageplatz hierfür ist der Komposthaufen. Auch wenn der Boden jetzt etwas „ramponiert“ aussieht, erholt er sich schnell. Nach dem Vertikutieren darf nun im wöchentlichen Abstand gemäht werden.

Nachsäen und regelmäßig Unkraut entfernen

Werden nach dem Vertikutieren kahle Stellen sichtbar, sollte nachgesät werden, bevor sich zu viel Unkraut bildet. Laub vom Herbst muss entfernt werden, da es die Belüftung der Grashalme verhindert. Kleine Unkrautbestände lassen sich mit dem Handvertikutierer beseitigen. Das muss allerdings recht häufig erfolgen. Wer eine große Rasenfläche zu bearbeiten hat, sollte sie daher komplett vertikutieren. Bei diesem Vorgang wird das Unkraut samt Wurzeln entfernt. Pflanzen mit langen Pfahlwurzeln wie Löwenzahn müssen jedoch per Hand einzeln ausgegraben werden, will man endgültig Ruhe vor ihnen haben. Zum Ausstechen eignen sich sowohl Wurzelstecher als auch das gute, alte Küchenmesser. Nur in Ausnahmefällen sollten Sie mit Herbiziden vorgehen. Ist der Rasen stark von Unkraut überwuchert, ist meist die Bodenqualität nicht in Ordnung. Entweder ist der Boden zu mager, zu fett oder übersäuert. In allen drei Fällen muss überlegt werden, ob man nicht den ganzen Rasen einfräst und einen neuen, rasenfreundlichen Unterboden aufbringt, auf dem komplett neu gesät wird.

Wöchentlich mähen bringt den Rasen in Form

Bereits im März, spätestens im April kann zum ersten Mal im Jahr gemäht werden. Beim ersten Schnitt sollte der Rasen aber nicht allzu tief geschnitten werden. Lediglich die Spitzen dürfen gekappt werden. Für strapazierfähigen Gebrauchsrasen stellt man die Höhe auf etwa 3,5 bis 5 cm ein, für Zierrasen auf 2 bis 3,5 cm. Wer regelmäßig mäht, tut den Grashalmen damit einen Gefallen. Sie wachsen nun dichter und werden auch robuster. Es empfiehlt sich nicht, ab und zu und dann radikal zu mähen. Der Rasenmäher muss außerdem scharfe Messer haben, sonst werden die Halme abgerissen statt abgeschnitten. Wenn Sie regelmäßig mähen und Unkraut beseitigen, haben Sie bis in den späten Herbst hinein Freude an Ihrem Rasen.

Top-Foto: © Marco2811 – Fotolia.com

Tipps für die Rasenpflege im Frühjahr
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3 comments

  • Tom

    Hallo
    Danke für den tollen Bericht.
    Besonders das mit dem Vertikutieren hat mich interessiert und war der Grund warum ich überhaupt auf eure Seite gestoßen bin.
    Ich habe aber noch einen kleinen Tipp, da ihr geschrieben habt damit manche ein bisschen ich sag mal Angst haben im Frühjahr zu Vertikutieren da die Rasenpflanze noch nicht genug Energie hat um das Vertikutieren zu überstehen.
    Mein Tipp hierbei wäre einfach zu lüften, in der heutigen Zeit hat fast jeder Vertikutierer einen Rasenlüfter integriert. Einfach andere Walze drauf und schon geht’s los.
    Es hat den Vorteil damit beim Lüften des Rasens nur kleine Löcher in die Erde gebohrt werden damit die Nährstoffe besser an die Rasenwurzel gelangen.
    Ich danke euch und wünsche noch eine angenehme Woche
    Grüße Tom

  • H Küpper

    Ich habe diese Tipps in Frühjahr beim erscheinen dieses Artikels auf meinen Rasen angewandt!

    Das Ergebnis war fantastisch!
    Danke für deine Tipps.

    Mit freundlichem Gruß
    Küpper

  • Jasmin

    Vielen Dank für diesen umfassenden Artikel. Die Absoluten Essentials für einen gepflegten Rasen und jeden Gartenliebhaber. Gerade für mich als Gartenneuling ist das sehr hilfreich. Bei der Rasenpflege und insbesondere bei kleineren Gärten empfehle ich zudem Handrasenmäher, die ich für mich entdeckt habe. Diese sind praktisch in der Handhabung für einen wenig verwinkelten und kleinen Garten, halten fit und sind absolut umweltfreundlich.

    Danke für die Tipps!

    Jasmin

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