Was tun bei einer Autopanne

Eine Autopanne ist das Schreckgespenst aller Autofahrer. Die Meisten trifft es unvorbereitet und aus heiterem Himmel – in der City, auf der Landstraße oder auf der Autobahn. Dann heißt es ruhig, besonnen und richtig zu reagieren. Die Beachtung einiger Tipps und Regeln zum korrekten Verhalten im Umgang mit einer Autopanne, kann im Extremfall schlimmeres verhindern.

Eigensicherung hat Vorrang

Nicht immer ist bei einer Autopanne der nächst gelegene Parkplatz oder eine Ausfahrt erreichbar. Vielmehr ist man gezwungen, dass Fahrzeug auf dem Standstreifen anzuhalten. Durch das Einschalten der Warnblinklichtanlage wird der laufende Verkehr gewarnt. Ist das Fahrzeug auf dem Standstreifen zum Stillstand gekommen gilt es, die Vorderräder möglichst nach rechts einzuschlagen. Was verhindern könnte, dass das Auto beim Auffahren eines anderen Verkehrsteilnehmers nicht auf die Fahrbahn geschleudert wird. Und auch das Licht sollte möglichst eingeschaltet bleiben. Zur Eigensichersicherung dient jetzt die orangefarbene Warnweste, am besten wird sie von allen Fahrzeuginsassen getragen. Handy und Fahrzeugpapiere unbedingt mitnehmen und nach Möglichkeit das Fahrzeug über die Beifahrerseite verlassen. Weitere Mitfahrer auffordern, sich weit hinter der Leitplanke in Sicherheit zu bringen, Kinder dabei nie unbeaufsichtigt lassen, Hunde sind anzuleinen. Ein Hinweis auf die Panne für andere Verkehrsteilnehmer sollte zusätzlich durch einen geöffneten Kofferraum signalisiert werden. Das Betreten oder gar die Überquerung einer Fahrbahn ist per Gesetz strengstens verboten!

Zum Einsatz kommen jetzt das Warndreieck und, sofern vorhanden, ein blinkendes gelbes Warnlicht. Dem laufenden Verkehr unbedingt mit bereits aufgeklapptem Warndreieck entgegengehen und es nach mindestens 150 Metern hinter dem liegen gebliebenem Autoplatzieren. Das Warnlicht sollte vor unübersichtlichen Kurven aufgestellt werden. Bei diesen Aktionen sollte man sich möglichst hinter der Leitplanke bewegen. Auf Landstraßen muss der Mindestabstand zwischen Fahrzeug und Warndreieck übrigens 100 Meter betragen. Auf der Autobahn kann das Abschätzen der Entfernung über die Begrenzungspfosten erfolgen, wobei vier Pfosten auf einer Länge von 150 Metern stehen. Unbedingt beachten: Eigensicherung hat immer Vorrang!

Hilfe über Notrufsäule oder Handy anfordern

Entlang der deutschen Autobahnen sind rund 17.000 geovermessene Notrufsäulen im Abstand von rund zwei Kilometern installiert, die der Rufzentrale automatisch den Standort signalisiert. Weiße Leitpfosten mit schwarzen Pfeilen deuten an, in welcher Richtung sich die nächste Rufsäule befindet. Alternativ bieten die meisten Automobilclubs mittlerweile eine Pannenhilfe-App für Smartphones an, die den augenblicklichen Standort per GPS anzeigen. Zu den Anbietern der Funktionen zählen beispielsweise ADAC, AvD, ACV und ACE. Zur wichtigen Standortbestimmung können auch Stationszeichen beitragen, die sich auf klassifizierten Außerortstraßen (Autobahn, bundes-, Landes-, Staats- und Kreisstraßen) in einem Abstand von 500 Metern befinden. Hinweis: Nach einer EU-Empfehlung sollen ab März 2018 Neufahrzeuge mit einem automatischen Notrufsystem ausgerüstet sein.

Möglichst präzise Pannenangaben machen

Ist die Verbindung zur Notrufzentrale hergestellt, sollte der Anrufer möglichst genaue Angaben machen und damit eine schnelle Hilfe zu ermöglichen. Erforderlich sind beispielsweise Angaben zur Mitgliedschaft in einem Automobilclub, Hinweise auf eine Mobilitätsgarantie eines Autoherstellers oder auf den vorhandenen Schutzbrief einer Versicherung. Hinzu kommen notwendige Auskünfte in Form einer kurzen Schilderung des Pannenverlaufs, Angaben zu Fahrzeugtyp, Kennzeichen und Wagenfarbe. Wenn möglich, sollten auch bereits bekannte Pannenursachen oder (wahrscheinliche) Schäden benannt werden. Unerlässlich ist auch das Hinterlassen einer Handynummer für etwaige Rückrufe der Pannenhelfer. Steht die Panne übrigens im Zusammenhang mit einem Wildunfall, muss zwingend ein Anruf bei der Polizei erfolgen.

Häufige Pannenursachen

Oft führen beschädigte Kabel, eventuell durch Marderbisse verursacht, zu einer unerwarteten Panne. Undichte Schläuche oder Kühler führen oftmals zu Motorüberhitzungen, weißer Rauch deutet auf ein Problem mit der Zylinderkopfdichtung hin. Wird die Panne durch einen leeren Tank heraufbeschworen, kann diese Tatsache auf Autobahnfahrten zu einem Bußgeld führen. Überdurchschnittlich oft führen plötzlich auftretende Defekte an der Fahrzeugelektronik in Verbindung mit ABS, ESP, der Motorsteuerung oder der elektronischen Kraftstoffeinspritzung zu einem Liegenbleiber. Auf der Pannen-Hitliste tauchen auch immer wieder gerissene Keilriemen auf, gefolgt von defekten Lichtmaschinen oder Batterien. Und bei kapitalen Motorschäden hilft meist nur noch der Abschleppwagen.

Foto: © galaxy67 – Fotolia.com

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